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Kennenlernen Zeit De

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von · 10.07.2017

Es ist dann eben sehr schwer, den Richtigen zu finden. Weil bei der Anmache die Oberflächlichkeit im Vordergrund steht und weil die Frauen ja auch anspruchsvoll sind. Die OKCupid-Daten zeigen jedenfalls Erschreckendes. So finden Männer überwiegend jährige Frauen attraktiv — egal, ob sie selbst 20, 40 oder 60 sind. Frauen hingegen finden Männer attraktiv, die ungefähr in ihrem Alter sind.

Evolutionär bedingt achten Männer auf das Alter der Frauen, um gesunden Nachwuchs zu bekommen, das ist nun mal bei jungen Frauen wahrscheinlicher. Frauen hingegen brauchten früher einen Versorger mit Kraft und Status. Heute ist alles anders, aber die archaischen Muster bleiben erhalten. Frauen sagen heute, es ist interessant für mich, einen Partner zu haben, der auf meinem Niveau oder darüber ist.

Muskeln sind nicht mehr wichtig, aber dafür eben die Bildung, weil sie Status und Erfolg und damit ein besseres Leben verspricht. Laut Statistik haben gleich gut gebildete Paare Chancen auf langfristiges Glück und auch das asymmetrische Modell des erfolgreichen und vermögenden Mannes mit weniger erfolgreicher Frau funktioniert. Die erfolgreiche Frau mit dem weniger erfolgreichen Mann scheitert häufiger.

Wäre das aber angesichts der demographischen Entwicklung nicht die wünschenswerte Variante? Ja, die starke Frau mit dem schwachen Mann muss es in Zukunft viel häufiger geben. Frauen sollten von ihrem Anspruch auf einen Versorger Abstand nehmen und sie werden es sicher auch schaffen. Bei Männern, glaube ich, wird es eher schwierig, ihre Dominanz aufzugeben. Aber es wird so kommen müssen. Wie viele Frauen auf Ihren Plattformen haben auch nur einen Mann akzeptiert, der kleiner ist als sie selbst?

Können sie glücklich werden? Arne Kahlke, einst Chef von Parship und Elitepartner, ist sich nicht sicher. Ein Interview von Jochen Wegner Noch nie gab es so viele Singles, und 2,5 Millionen Alleinstehende suchen in Deutschland online einen Partner. Was wissen wir nach zwei Jahrzehnten digitaler Beziehungsanbahnung? Wen suchen die Millionen? Werden sie glücklich mit denen, die sie im Netz finden? Ein Gespräch über Beziehungen in Zeiten des Internets mit einem der führenden Experten: Herr Kahlke, wie viele Beziehungen haben Sie im Laufe Ihres Lebens gestiftet?

Sicher eine halbe Million, alles zusammengenommen. Und das alles wegen etwas Code, den Sie mal ins Netz gestellt haben. Ja, das ist ein sehr gutes Gefühl. Arne Kahlke Arne Kahlke war ein früher Mitarbeiter der heute führenden Onlineplattform Parship, gründete später den Konkurrenten ElitePartner und ging nach dessen Verkauf als Geschäftsführer zurück zu Parship. Seit vergangenem Jahr sind beide Dienste in der Hand einer britischen Investmentgesellschaft.

Kahlke ist nicht mehr beteiligt und mittlerweile Chef der Wohnungsvermittlung Wimdu. Nun, so die Hoffnung, kann er frei über die Digitalisierung der Liebe sprechen. In Georg Büchners Leonce und Lena flieht Prinz Leonce vor der Zwangsheirat mit einer ihm unbekannten Prinzessin. Leider entspricht das nicht unserer Erfahrung. Kommt die Herkunftsfrage, fängt unser Striptease an. Rückfrage um Rückfrage, Schicht für Schicht müssen wir unsere Biografien freilegen. Bis der Grund sichtbar wird für diese dunklen Augen, diesen fremd klingenden Namen.

Es ist, als schuldeten wir unserem Gegenüber eine Erklärung für unser Aussehen. Als sei es eine Erlaubnis für intime Fragen, die man sonst erst sehr viel später stellt. Antworten wir nicht, sind wir unhöflich. Tun wir es doch, erklären wir uns für eine Sache, die selbstverständlich sein sollte: Die Frage zwingt uns in ein Gespräch, das wir nicht auf Augenhöhe führen können.

Wir können uns an keine erkenntnisreichen Momente nach der Herkunftsfrage erinnern, manche Leute geben sich schon zufrieden, wenn wir ihnen einfach das Land nennen, das Erklärung bietet. Es geht selten um wirkliche Neugier, sie wollen uns einordnen. Wir gehören nicht richtig dazu. Ich wurde schon für vieles gehalten. Einem Mädchen in einer Disco habe ich mal erzählt, dass ich aus Südafrika komme. Ich bin vielleicht 20, leicht angetrunken. Mein Vater ist Botschafter, lüge ich und spreche sogar englisch mit ihr.

Ich warte, dass sie mir, diesem Spinner, endlich den Mittelfinger zeigt. Doch sie kauft mir alles ab, dabei habe ich keine Ahnung von Südafrika. Wahrscheinlich will sie einfach mal was mit einem Exoten. Gibt Schlimmeres, werden Sie jetzt vielleicht sagen. Aber wenn du für einen Exoten gehalten wirst und trotzdem Deutscher bist, kannst du das nicht ignorieren.


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