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Single Frau Baby

Single Frau Baby

von · 30.06.2017

Das ist ein unglaublicher Stress. Das Drama beginnt in dem Moment, in dem eine Single-Frau jemanden kennengelernt hat, der als Liebespartner in Frage kommt. Je heftiger die biologische Uhr tickt, desto mehr muss die Frau von Anfang an darauf achten, ob der Mann ebenfalls einen Kinderwusch hegt. Im Prinzip sollte eine Frau Ende 30 bereits beim ersten Date fragen: Für einen Mann ist es ähnlich quälend, bei einem Date aus der Frau herauszulocken, ob sie Mutter werden will.

Nur hat er eben mehr Zeit, weil er noch mit 50 Vater werden kann. Das ist einfach die denkbar ungünstigste Kombination: Wenn man Liebe sucht, eine Beziehung möchte und einem zugleich die Zeit fürs Kinderkriegen davonrennt. Ich bin heilfroh, dass ich um dieses Problem herumgekommen bin, weil ich einen Mann gefunden habe, der mich liebt und gern Kinder mit mir gezeugt hat.

USA machen es vor Nun haben sich in Amerika schlaue Menschen überlegt, wie man diesem Dilemma beikommen könnte. Sie haben deshalb Partnerschaftsportale gegründet, die Frauen und Männer verkuppeln, die ein Kind zusammen zeugen. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Diese Paare haben das sich Verlieben abgehakt. Das geht ja auch mit Kind. Dann hat man eben eine Patchwork-Familie.

Diese Menschen leben aber in der Gegenwart, wollen jetzt Nachwuchs. Also bildet man eine Interessengemeinschaft. Dafür muss man nicht zusammen wohnen. Also gehe ich erst einmal den Kinderwunsch an. Und wenn es sich gut trifft, begegne ich dem Mann immer noch später. Sie haben geschrieben, dass es für Sie selbst eine sehr befreiende Erkenntnis war, dass man Kinderwunsch und Partnerschaft voneinander getrennt angehen kann.

Viele Frauen sind jahrelang in dieser Stresssituation, dass sie ein Kind möchten, aber trotz vieler Dates keinen Partner finden oder einen Partner haben, der sagt: Wenn man dann zu der Erkenntnis kommt, dass sich das voneinander entkoppeln lässt, dann nimmt das diesen Druck raus und bietet neue Möglichkeiten. Die Frauen können sich neu überlegen, was sie möchten — ohne dass sie sich von einem anderen Menschen abhängig machen müssen. Das sagt sehr viel über den Zustand heutiger Partnerschaften aus.

Wir sind heute alle stärker von unseren eigenen Wünschen geprägt. Jeder Partner hat seine eigenen Ziele, seine eigenen Prioritäten. Wir sind viel weniger bereit, Kompromisse einzugehen — nur um eine heile Familie zu spielen. Jedem ist wichtig, den eigenen Lebensentwurf umzusetzen. Um sich dann einen Kindsvater aus dem Katalog aussuchen zu können?

Das ist oft eine Unterstellung, die den Frauen gemacht wird, wenn sie zur Samenbank gehen: Das würde ich völlig verneinen. Wenn Frauen sich an eine Samenbank wenden, dann ist das für die meisten ein Mittel zum Zweck, ihr Ziel zu erreichen. Warum dann kein One-Night-Stand, sondern die komplizierte Variante? Die Frauen, die ein Kind möchten und eine Samenspende in Anspruch nehmen, wollen nicht lügen.

Und sie wollen ihrem Kind auch eine andere Entstehungsgeschichte vermitteln. Sie wollen nicht sagen: Ich war betrunken und wusste nicht, was ich tat. Ich war zu doof zum Verhüten. Nein, sie möchten ihrem Nachwuchs sagen können: Du warst ein Wunschkind, ich habe sehr viel dafür getan, um dich zu bekommen. Das ist eine Frage des Respekts gegenüber dem Kind, aber auch dem Mann. Dieser Alleingang hat aber auch eine Kehrseite: Die Frauen tragen dann die Verantwortung ganz allein.

Aber sie sind deutlich besser vorbereitet, als so manche Alleinerziehende, die ein Kind in einer Partnerschaft bekommen hat, die dann plötzlich zerbricht. Singlefrauen überlegen sehr genau vorher, ob sie ein Kind bekommen können. Sie haben Respekt vor der Aufgabe und wissen, dass es schwierig wird. Sie fragen sich, ob sie das finanziell, psychisch, organisatorisch schaffen.

Sie setzen sich ja auch intensiv damit auseinander, was für eine Samenspende sie verwenden wollen, also zum Beispiel eine anonyme Spende oder eine, bei der das Kind später die Möglichkeit hat, den Vater kennenzulernen. Oder suchen sie sich lieber jemanden — zum Beispiel aus dem Freundeskreis —, der aktiv eine Vaterrolle ausfüllen möchte?


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