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Dating Queen

Dating Queen

von · 17.08.2017

Stattdessen trinkt Amy lieber, liebt Partys und hat häufig One Night Stands. Ihr Verehrer Steve hofft nach vielen Dates vergeblich auf eine feste Beziehung, und reagiert schockiert auf ihr Geständnis zu den vielen Männerkontakten in ihrem Handy. Amy ist zu der Zeit gedanklich eher mit der Situation ihres Vaters beschäftigt, der wegen Multipler Sklerose in ein Pflegeheim umgezogen ist. Gemeinsam mit ihrer Schwester Kim kümmert sie sich um das nun leer stehende Haus.

Kim ist von ihrem Vater enttäuscht, der zeitlebens ständig betrunken war, seine Familie vernachlässigte und fremd ging. Liebend gern würde sie all seine Sachen entsorgen, Amy schreitet jedoch ein. Conners zur Terminbesprechung trifft, entlarvt er sie schon nach kurzer Zeit als Sportmuffel. Während dem Interview beginnt sie zu hyperventilieren, als Kim ihr eine Nachricht schickt. Ihr Vater soll in ein günstigeres Pflegeheim umziehen.

Conners kümmert sich um die aufgelöste Amy. Zum ersten Mal bricht Amy nach dem Sex ihre Regel, nicht bei ihrem Liebhaber zu übernachten. Aaron bringt Amy dazu, ihre Bindungsängste beiseite zu schieben, als er ihr tags drauf beisteht, als ihr Vater in der Klinik stürzt. Beide beginnen eine Beziehung, die zunächst sehr harmonisch verläuft. Seit "Jungfrau 40 , männlich, sucht In diesen Erzählungen ist es zumeist an hellsichtigen Frauen, eine gebrochene Männlichkeit beziehungsfähig zu formen.

Durch Schumer wird dieses Muster nun entscheidend variiert. Denn Amy Townsend darf in ihren Fehlleistungen genauso gewinnend sein wie die verpeilten "Bromance"-Protagonisten. Und ebenso wie ihre männlichen Spiegelbilder braucht sie nicht nur Sex, sondern vor allem einen Partner auf Augenhöhe. Auf einer Linie mit "Girls" In den besten Momenten gelingt "Dating Queen" so eine befreiende Egalisierung der Geschlechter- und Machtverhältnisse.

So amüsant die Eskapaden Amy Townsends sind, so eklatant unterentwickelt bleibt das biografische Drama der Figur. Ihr problematisches Verhältnis zum Vater, das Schicksal der verlassenen Mutter und vor allem der Konflikt mit der geliebten und zugleich argwöhnisch beäugten Schwester - alles purzelt auf Nimmerwiedersehen durch das grobmaschige Drehbuch. Das ist tragisch bis unerklärlich angesichts Amy Schumers persönlichen Investments in die Geschichte: Sie selbst ist ein Scheidungskind, ihr Vater erkrankte ebenfalls an MS.

Doch trotz der Versäumnisse überwiegt nach zwei Stunden im Kino die Dankbarkeit: Schweift gern in die Ferne, obwohl ihre Heimat Chiemgau das "schönste Fleckerl" überhaupt ist. Wenn nicht gerade in der Weltgeschichte unterwegs, hilft Sport. Am liebsten mit Ball und Brettern. Endlich kommt Amy Schumers viel gelobtes Filmdebüt "Trainwreck" auch hierzulande in die Kinos. Eigentlich handelt Amy Schumers Film von einer Frau, die am Ende ist.

Ein "Totalausfall", wie der Titel sagt. In vielerlei Hinsicht, dazu gehören auch ihre Männerbeziehungen. Es geht um das Ironisieren von Sexismus, von Geschlechterklischees, die in "Trainwreck" auf den Kopf gestellt werden. All das spart der deutsche Titel "Dating Queen" aus. Sie ist gnadenlos - und wird dafür bewundert. Jetzt hat die amerikanische Komikerin Amy Schumer einen Film gedreht. Von Annett Scheffel mehr


Die Filmstarts-Kritik zu Dating Queen

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